Noch ein paar Worte zu der gestrigen Entscheidung des Bundesverfassungsgericht bzgl. der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes.
Das Bundesverfassungsgericht hat nicht entschieden, dass Studiengebühren rechtlich in Ordnung sind, sondern nur, dass der Bund sie nicht verbieten darf, da Bildung Ländersache ist. Die Studiengebühren können also noch gekippt werden und da der Bund Studiengebühren nicht verbieten kann, kann er sie auch nicht verpflichtend einführen (denke ich zumindest mal).
Jedoch ist die aktuelle Situation schlecht weil:
Bildung soll unabhängig vom sozialen Stand für jeden verfügbar sein. Die Gebühren gefährden dies.
Dadurch, dass nur CDU-geführte Länder Gebühren einführen wollen, wird der Universitätstourismus unnötig gefördert. Reiche Studenten studieren an Universitäten die Gebühren fordern, ärmere an Unis, die kostenlos sind. Es entsteht eine 2-Klassengesellschaft.
Was passiert in diesem Zusammenhang mit der ZVS? Bekommen wir zusätzlich noch einen Landes-NC?
Es besteht die Gefahr, dass Bund/Länder die zusätzlichen Einnahmen der Hochschulen zum Anlass nehmen, die Mittel für Hochschulen zu kürzen. So würden die Studiengebühren indirekt Haushaltslöcher stopfen, statt die Qualität der Lehre zu verbessern.
Durch die Gebühren werden die Zahlen der Studenten stark abnehmen (Zum Vergleich, in Österreich sind die Zahlen um 20% gesunken, als die Gebühren eingeführt wurden). Aber brauchen wir nicht qualifizierte Fachkräfte? Ist Bildung nicht unser höchstes Gut?
In der Öffentlichkeit werden Langzeitstudenten stark kritisiert, die zusätzlichen Gebühren nötigen Studenten aber dazu, zusätzlich zu arbeiten, was wiederrum das Studium verlängert. Ist das nicht etwas paradox?
Beführworter der Studiengebühren werden jetzt sagen: Aber in Amerika und England sind Studiengebühren normal. Mal ehrlich, wollen wir uns wirklich mit Amerika vergleichen, wo nur reiche Eltern ihrem Nachwuchs ein Collegebesuch finanzieren können. Wo ein “normaler” Abschluss nichts ist, im Vergleich zu einem Abschluss an einer teueren “Elite”-Universität wie Oxford, Harvard und Co? Ich sage Nein. Stattdessen sollten wir nach Skandinavien (Dänemark, Finland, Schweden) schauen, wo Studenten mit Geld vom Staat gefördert werden. Und zwar nicht wie bei uns mit BaFöG, das man zurück zahlen muss und auch nur bekommt wenn die Eltern wenig verdienen. Dort bekommt jeder Student diesen “Lohn”. Dementsprechend hoch ist dort die Studierquote und auch die Motivation der Studenten ist sehr gut.
Zur aktuellen Situation bei uns. In NRW sollen keinen Studiengebühren eingeführt werden, stattdessen soll das aktuelle System der Studienkonten weitergeführt werden. Das halte ich auch für in Ordnung. Jedoch sollte nicht nur die Regelstudienzeit sondern auch die Durchschnittliche Studienzeit berücksichtig werden. Zu Erinnerung, Informatik hat eine Regelstudienzeit von 9 Semestern, aber eine durschnittliche Studienzeit von 14 Semestern bei uns. Ab dem 15. zahlt man Gebühren. ärgerlich, oder?
Weiterhin stellt sich die Frage ob, wann und in welcher Form die Individuallabbuchungen kommen werden. Das würde sicherlich starke organisatorische Probleme mit sich bringen. Jedoch brächte dies auch Vorteile, besonders für Studenten die nebenbei noch arbeiten und von vornerein nicht alle für ein Semester vorgesehene Veranstaltungen besuchen.
Und bekommen wir bald eine Welle von Studenten aus Bayern, Badenwürttemberg und Co. , die sich ein Studium Zuhause nicht mehr leisten können?
Weitere Infos:
ASTA der RWTH – gegen Studiengebühren.
Aktionsbündnis gegen Studiengebühren – NRW.
Do, 27. Jan 2005 um 21:54 Uhr
Christian
So. (Ich sollte mir mal ne andere Einleitung überlegen) Bis nächsten Freitag noch, dann sind Semster”ferien”. Eigentlich war das Semester doch ganz erfolgreich bis auf LA. In Medizin habe ich beide Scheine, in Programmierung auch, in AFI den Übungsschein. Also kommen demnächst in AFI die Scheinklausur, in Medizin und Programmierung die Vordiplomsklausuren… was nun mit LA, muss ich mir noch überlegen, zumindest zur Nachhohlklausur werde ich wohl gehen, bis dahin ist ja auch noch etwas Zeit. Ich habe mir auch mal den Plan fürs nächste Semester angeschaut, sieht ganz gut aus.
Mi, 26. Jan 2005 um 18:31 Uhr
Christian